Ekam oder Eins, die Arme heben, den Sonnengruß A beginnen. Mit diesem September 2018 wollen wir beginnen euch monatlich die Positionen der Ashtanga Serie vorzustellen.

Ekam ist das Wort im Sanskrit, das wir mit Eins übersetzten, das uns dazu aufruft zum ersten Mal in unserer Praxis einzuatmen, die Arme zu heben, um die Luft rundherum zu spüren, um wie im Wasser zu einer ausholenden Schwimmbewegung anzusetzen.

Yoga wird verwendet um Vieles und Unterschiedliches zu bezeichnen, als Wort vermag es das sich-an-etwas-Binden bedeuten, es kann aussagen, dass man sich einer Angelegenheit annimmt, um diese unbeirrt zu verfolgen – Yoga bedeutet folglich mit besonderer Freude an eine Sache heranzugehen, zu tun, ohne Anstrengung, und dennoch mit voller Energie.

Yoga möchte dabei helfen schwierige Dinge mit Leichtigkeit zu tun und wendet sich in diesem Vorschlag gegen oft verbreitete Vorstellungen von der harten Arbeit, die ans Ziel zu führen vermag. Nein, Yoga möchte nicht, dass wir hart arbeiten, uns zwingen, festlegen und behaupten, Yoga will dabei helfen verliebte Wege zum Tun zu finden, eine Freude am Tun zu entwickeln, die uns immer weitermachen lässt.

Yoga kann in diesem Sinn verstanden werden als das-sich-in-Beziehung setzten zu Welt, Körper und Denken. Das Tun, das gefunden werden möchte, zeichnet sich durch Kreativität aus, zur Herausforderung wird es sich täglich in neuen Verhältnissen wiederzufinden, sich noch unbekanntes Verhalten zu sich, zu den anderen und zu den Dingen, auszudenken.

Die Ashtanga Serie kann in diesem Bemühen hilfreich sein. Sie ist streng, sie zeichnet sich durch eine fixierte Abfolge von Positionen aus, die täglich in der gleichen Reihenfolge ausgeführt werden, um unsere Konzentration weg vom offensichtlichen Tun, hin zu den Fragestellungen zu lenken, die uns passieren, wenn uns die Langeweile im Bekannten überkommt.

Im Ashtanga üben wir eine bestimmte Abfolge, um nicht täglich überlegen zu müssen, was zu üben ist, wie lange wir tun wollen und mit welchem Ziel. Ashtanga schlägt uns vor einfach zu üben, nothing else. Gibt uns damit die einmalige Chance zumindest kurze Zeit am Tag keine Überlegungen über Leistung, Profit oder Zweck unseres Tuns anstellen zu müssen.

Wer sind »wir«? Alle die heute gerne Ekam üben, die Arme heben und einatmen. Vielleicht ist es dann genug, vielleicht ist es dann Zeit für den Rest des Tages oder das zu-Bett-gehen.

[Flo]